Das Kontinuum:

Du kommst auf die Welt, – siehst Dich um,
machst Deine ersten „realen / wirklichen“ Schritte
in dieser Form von Wirklichkeit,
– „real“ daran ist für Dich, „was Du dabei wie erlebst“. –

Du wirst älter, lernst andere kennen,
lernst Dich von Ihnen unterscheiden,
stellst fest,
„dass Andere die Erfahrungen auf andere Art machen“,
– auch wenn es dieselben Erfahrungen sind,
– „real“ für Dich ist, „was Du dabei wie erlebst“. –

Du erlebst Schulen, Exkursionen, Prüfungen,
Beurteilungen Dir völlig fremder Personen, die in
nachfolgende Konsequenzen münden,
– „real“ für Dich bleibt, „was Du dabei wie erlebst“. –

Wenn Du dann ab einer gewissen Altersklasse
die Möglichkeit einer beruflichen Tätigkeit
angeboten bekommst, – ändert sich plötzlich etwas…

Nach wie vor ist und bleibt „real, was Du wie erlebst“,
– aber, – es „hat nicht mehr zu´r Debatte
zu stehen“, – wird zu´r „Nebenbeobachtung“,
– denn plötzlich „wirst Du mir dem Kontinuum konfrontiert“. –

„Das Kontinuum“ = Die Älteren vor Dir, Ihre Ansichten,
und die Art und Weise, wie sie sie vertreten“. –

Natürlich impliziert das Kontinuum auch die Summe
der Ansichten und Darstellungsformen der
Generationen vor Ihnen bis hin zu´m Ende
unserer Erinnerungsvorstellungen. –

So weit, so wertvoll, – doch das Kontinuum betrachtet
sich leider nicht als „die Summe Ihrer
Ansichten und Vorstellungen“, – wiewohl das durchaus
Einige von Ihnen so sehen, – sondern sie
sehen sich als „Wächter dieser Wirklichkeit“,
– was die Wenigsten von Ihnen zugeben,

– sie „betrachten und erleben folglich
„die Summe Ihrer Ansichten und Vorstellungen als Realität“. –

Was völlig falsch ist, – auch für sie ist ausschliesslich
„real, was sie wie erleben“,
– und wie jeder von uns „erleben sie weitaus mehr
als Ihre Ansichten und Vorstellungen“…

Und jetzt kommt es zu einer logischen Komplikation:

Das neue Wesen, – der Jungmensch,
– für den „real ist, was er wie erlebt“,
trifft auf eine Grossgruppe, – die Ihn
ab da an nahezu immer umgibt, – für die
„real ist, was sie meinen und sich vorstellen“,
– weniger, „was sie wie erleben“. –

Dazu kommt, dass die Manifeste dieser Welt,
– alles manifest errichtete, – seit Generationen
von derartigen Grossgruppen geleitet werden,
– man könnte sagen, – ab dem Eintritt in´s
Erwachsenenalter wird verlangt, und auch
in der Regel erreicht, – „dass man sein primäres
Erleben der Wirklichkeit einer eigentlich sekundär
einzustufenden Ideenvielfalt unterzuordnen
hat, – von der man nur Eines mit Sicherheit weiss:
„Für sie ist nicht real, was sie erlebt“. –

Der Erfolg dieser Systematik liegt darin,
dass sie anscheinend niemandem auffällt. –

Die angewandte Praxis in der Formgebung dieser
durchaus brauchbaren Grundidee ist indes
„ein Mensch, der dermassen dicht informiert ist
in Bezug auf Ansichten, Vorstellungen und deren
Untermauerung, – dass er sein eigentliches „er selbst sein“,
– im wahrsten Sinne des Wortes nicht
mehr erlebt,- und das bedeutet:

„Er existiert nicht“, – er „stellt sich nur vor zu sein“. –

Das Witzige daran ist der Tatbestand,
– dass es eben derartig geprägte Individuen sind, die
auf Ihr Recht als „Realisten“, sprich „Realitätserhaltende
bzw. Gestaltende“ pochen, – und es
auch keinerlei ernsthafte Tendenzen im Volk gibt,
– dem auch nur Einhalt zu gebieten…

Warum ist das so wesentlich ?

Weil es eine „tatsächliche Realität“ für jeden von uns in uns gibt,
– die man aber niemals in Vorstellungen und Ansichten finden kann,
– auch wenn sie daran zu erinnern vermögen…

Eine Realität, die sich „aus dem Gewahrsein
gegenüber meinem Erleben und meinem
Einfluss auf dieses Erleben“ ergibt,
– etwas was ich „aus mir selbst heraus tun muss“. –

Der Mensch ist frei, – und also auch sein Geist,
– und „diese“ Schöpfung gilt es im Jetzt zu offenbaren,
– nicht jedoch die Schöpfungen der Jahrtausende vorher,
– denn darum sind sie vergangen…

Der Geist, „der sich selber schöpft in jedem Augenblick“,
– hat keine Zeit zu vergehen,- wann sollte er es denn tun ?

-AvE. –

 

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